Wichtige Ressourcen in der Inspirationszone

by Nadine Thomas

Foto: Nadine Thomas

Eigentlich bin ich keine, die auf Süßigkeiten steht. Woran erkennt Ihr Umfeld, dass Sie sich gerade außerhalb Ihrer Komfortzone befinden? Bei mir liegt in dem Fall Nervennahrung auf dem Schreibtisch. Häufig in Form von Schokolade. Denn dieses „raus aus der sicheren Zone“ kostet ganz schön Energie und der kleine Zuckerschock ist für mich die einfachste Form, diese Energie schnellstmöglich nachzuliefern.

Normalerweise ist es die Komfortzone, die mir Energie gibt. Sie verleiht mir Stärke, Sicherheit, erlaubt Kontrolle und Orientierung. In dieser Zone weiß ich, „wie der Hase läuft“ und es lässt sich alles ganz wunderbar vorhersagen. Daher ist dieser Ort so besonders wichtig.

Genauso wichtig ist aber auch der Bereich außerhalb dieser Komfortzone. Der Ort, der mit Unsicherheit und Verletzlichkeit einhergeht. Er wird so oft gescheut und gemieden. Doch nur dort können wir uns erleben — nur dort finden neue Erfahrungen, Lernen, Wachstum und die persönliche Entwicklung statt. Kennen Sie das Wortspiel des Filmregisseurs Anselm Pahnke: „Sicher leben vs. sich erleben“? Besser kann man den Sachverhalt nicht auf den Punkt bringen, oder?

Wer mit mir als Psychologin zusammenarbeitet, weiß, dass diese „Inspirationszone“ unfassbar wichtig ist. Auch für mich persönlich ist sie das. Daher fordere ich mich regelmäßig selbst heraus. Auch, weil ich mit meiner Unternehmung der Zeit voraus sein möchte. Was bedeutet, die Dinge auch immer wieder neu zu denken und festgetrampelte Wege zu verlassen. Kurzum: zu experimentieren! Sich zu exponieren.

Und so durfte ich letzte Woche mit einer kleinen Gruppe Führungskräften etwas Neues ausprobieren. Ich möchte nämlich ein neues Projekt auf die Straße bringen und dabei nicht aus Unsicherheit mit angezogener Handbremse fahren müssen. Entsprechend war es mir wichtig, vorher ordentlich auszuprobieren. Das hilft mir, nicht gleich in die Terrorzone gehen zu müssen. Dorthin, wo die Ressourcen absolut nicht mehr ausreichen, um die Herausforderungen zu meistern. Es hilft mir, einen gewissen Rahmen zu haben, in dem ich nicht alle Sicherheit verliere. Die Inspirationszone also.

Ich war im Vorhinein so unfassbar aufgeregt! Umso schöner dann zu merken, dass der Plan aufging: Im Ergebnis hatten wir zwei spannende, produktive und für mich sehr inspirierende Arbeitstage. Und es war, wie eigentlich immer: Am Ende stellt man fest, dass der Gewinn aus dem „Sich-trauen“ enorm ist.

So ging es auch mir. Ich habe in diesem gemeinsamen Lernraum soooo viel über meine Idee, meine Werkzeuge und ihre Wirkung gelernt. An diesen Erfahrungsschatz wäre ich auf anderem Wege nicht gekommen — vor allem nicht, indem ich die Ideen in meinem Kopf, dem sicheren Ort, weiter hin und her bewege.

Ein dickes Dankeschön an die Freiwilligen, die drei Führungskräfte, die sich auf mein Experiment eingelassen haben. Vielen Dank für eure kostbare Zeit und die sehr offene und wertschätzende Atmosphäre. Vielen Dank, dass ich mit euch diese wunderbare Erfahrung machen durfte!

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Zuerst erschienen: Am 6. Juli 2021 auf Facebook.

Das Büro für Arbeits- und Organisationspsychologie.

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