Beratungsbüro Thomas
2 min readAug 16, 2022

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Reserven — Mit Beginn des Ukraine-Kriegs las und hörte man in den Nachrichten, dass sich auch die EU-Agrarministerinnen und -minister, wegen der Auswirkungen der russischen Invasion in der Ukraine, berieten. Es wurden Maßnahmen zur Sicherung der Ernährungssouveränität in der EU diskutiert. Die Rede war davon, die „Krisenreserve zu mobilisieren“. Ziel soll es sein, beispielsweise die Produktion von Futtermittel innerhalb der EU zu steigern, um mit den eigenen Ressourcen eine Lebensmittelknappheit zu verhindern.

Foto: Nadine Thomas

Was ich bisher nicht wusste: Mit dem Zweck einer nachhaltigen Agrarwirtschaft sind in Deutschland „landwirtschaftliche Betriebe mit mehr als 15 Hektar Ackerland grundsätzlich verpflichtet, fünf Prozent ihrer Ackerflächen im Umweltinteresse zu nutzen, diese also als ökologische Vorrangflächen auszuweisen.“, so ist es auf der Webseite des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft nachzulesen. „Das, was auf diesen Flächen wächst, darf bei Brachen und Zwischenfrüchten normalerweise nicht genutzt werden.“ Ich kenne solche Flächen aus dem Biolandbau als Hecken oder Blüh- und Pufferstreifen.

Um auf die Krise zu reagieren, werden diese ökologischen Vorrangflächen nun zur Futternutzung freigegeben.

Auch wenn die Meldungen längst wieder verklungen sind, ist mir das Wort „Reserve“ im Kopf geblieben. Die Reserve (lateinisch reservare ‚aufbewahren‘, ‚zurückhalten‘) „bezeichnet einen Vorrat oder eine Rücklage für den Not- oder Bedarfsfall. Diese Vorratshaltung kann dazu dienen, Krisensituationen einfacher zu überstehen.“ (Wikipedia)

Ich empfinde das Konzept der Reserve auch für andere Bereich der Wirtschaft enorm wertvoll. Doch frage ich mich, wie oft sie wirklich mitgedacht ist? Zumindest in Arbeiten zur neuen Ökonomie ist zunehmend das Wort „Zeitwohlstand“ zu hören und lesen.

Haben Sie eine Reserve im Arbeitsalltag eingebaut? Haben Sie in Ihrem Terminkalender eine „Freifläche“, die nicht dem Abliefern und der Produktion — dem unmittelbaren, gezielten Nutzen dient? Haben Sie einen Zeitpuffer, der beispielsweise zur Inkubation, zum Lernen oder Netzwerken eingeplant, aber in Krisenzeiten eingesetzt werden kann, um die Souveränität weiter zu gewährleisten?

Mir scheint es, dass viele Unternehmen und Organisationen vor der Pandemie dahingehend schlecht aufgestellt waren. Für Krisen oder längere Auslastungsspitzen war kein Puffer gesetzt. Selbst die kleinste „freie Ackerfläche“ wurde genutzt, um Gewinne zu maximieren. Vielen Betrieben gelang es während der Pandemie nur, durch ein großes persönliches Investment der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, noch einen drauf zu setzen. Und nun hat sich diese „Arbeit am persönlichen Limit“ zum neuen Normal etabliert. Die Folgen sind auf vielen Ebenen spürbar.

Was sind für Sie solche „Reserve“ im Arbeitsalltag? Was sind für Ihre Unternehmung die Konsequenzen, wenn Reserven nicht mitgedacht sind? Was haben Sie schon unternommen, um sie zurück zu holen?

by Nadine Thomas
Zuerst erschienen: Am 16. August 2022 auf Facebook.

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Informationsquelle: https://www.bmel.de/.../ukraine-oekologische...

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