Etwas erschaffen, das neu und nützlich ist

Beratungsbüro Thomas
2 min readAug 9, 2022

Von der Fähigkeit der Kreativität

by Nadine Thomas

Wie entsteht Neues? Wie lassen sich Dinge zusammenbringen, die vorher nicht zusammengehörten und in Kombination plötzlich bedeutsam sind? Kreativität ist die Fähigkeit, etwas zu erschaffen, was neu und nützlich ist. Diese Superkraft zu entwickeln und zu pflegen, gehört zum Kern vieler Unternehmungen, die sich der Innovation verschrieben haben.

Bei näherer Betrachtung wird schnell deutlich: Kreativität zu „verordnen“ oder „nur Kreative“ einzustellen, reicht nicht. Denn die Kreativität ist ein Interaktionsprozess zwischen der Person auf der einen und einem kreativitätsförderlichen Umfeld auf der anderen Seite. Aus der psychologischen Forschung wissen wir, dass der Einfluss des sozialen Kontextes, in dem wir eingebettet sind, auf den kreativen Prozess und damit auch auf das kreative Produkt enorm ist.

Meine „innere Chefin“ hat diesbezüglich in den letzten Jahren ordentlich gelernt. Wenn irgendwie möglich, lässt sie meine „innere Mitarbeiterin“ nach der „inneren Uhr“ arbeiten. Denn es gibt einen Zustand, an dem diese besonders kreativ ist. Das ist der frühmorgendliche Dämmerzustand. Der Zustand, in dem mein Hirn noch nicht vollständig wach ist. Spannenderweise kommen mir in diesem Zeitraum die besten kreativen Einfälle und Lösungen. Alle guten Ideen sind bei mir bisher im Bett entstanden — nicht beim Sport, in der Dusch oder beim Spazierengehen.

Das hat bei mir System. Daher nutze ich dieses Zeitfenster bewusst: Wenn ich merke, dass wieder eine Idee schlüpfen will und kein morgendlicher Termin drückt, bleibe ich liegen und folge mit Staunen meinen Gedanken. Offenbar bringt mir der Schlaf die notwendige Inkubation für gute Ideen und der morgendliche Dämmerzustand die sogenannte Illumination. Und glücklicherweise schätzt meine „innere Chefin“ die „verschlafene Mitarbeiterin“. Sie weiß, was sie an ihr hat!

Meine Beobachtung passt zur Forschung: Die Kreativität verhält sich genau entgegengesetzt zur Aufmerksamkeit. Wir sind dann am kreativsten, wenn uns Aufgaben, die Konzentration erfordern, besonders schwerfallen. Während wir in den analytischen Hochphasen, die Ablenkungen rausfiltern, die es zur Kreativität braucht. Da ich während der Tageszeit oft hochkonzentriert und analytisch arbeite, kommt das divergente Denken zur Nacht also, der gegenüberliegenden Zeit.

Zack, ist am frühen Morgen alle Arbeit schon getan. Das wäre schön! Doch der bloße Einfall alleine schafft noch keine Innovation. Zwei weitere Phasen kommen noch: die notwendige Verifikation und die arbeitsintensive Produktion.

Es gibt enorme Handlungsspielräume, die wir als Individuen, Teams, als Führungskräfte und Organisationen zur Förderung der Kreativität haben. Welche das sind? Den „kreativen Laien“ mag ich das Büchlein „Kreativcode“ von Friesike und Gassmann ans Herz legen, das in einem originellen Format viele Forschungsbefunde zusammenfasst. Wer tiefer einsteigen möchte, liest „Creativity“ von Runcos. Und wer eher auf auditive Impulse steht: Die dritte Staffel des Podcasts „Innovator Sessions“ beschäftigt sich gerade ausgiebig mit dem Thema. Dort kommt in den Episoden 7 und 8 auch Friesike zu Wort. Eine Hörempfehlung!

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Zuerst erschienen: Am 8. August 2022 auf Facebook.

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